Lancierung der Renaud Tixier Monday Skeleton – Innovation im Mikrorotor
>> Zu unserer Uhren-EmpfehlungDie unabhängige Manufaktur Renaud Tixier hat mit der Monday Skeleton einen neuen Meilenstein in der Geschichte des Mikrorotors gesetzt. Das Modell verbindet das patentierte Trägheitsfedersystem “Danseur” mit einer vollständig skelettierten Ausführung, die 238 von Hand bearbeitete Innenwinkel (Angles Rentrants) präsentiert. Damit adressiert die Uhr ein seit den 1950er-Jahren bekanntes Problem des Mikrorotors – die geringe Aufzugseffizienz – und erweitert zugleich das langfristige Uhrmacher-Master-Programm der Marke, das sieben Uhren für die sieben Wochentage vorsieht.
Mechanische Wirkungsweise des “Danseur”-Hilfsrotors
Der “Danseur” ist das Kernstück des neuen Kalibers RVI2025. In der Nabe des Platin-Mikrorotors befindet sich ein sekundäres Platin-Schwungrad, das über eine Kopplungsfeder mit dem Hauptrotor verbunden ist. Stoppt die Handgelenksbewegung, bleibt das Hilfsschwungrad in Bewegung, spannt die Feder und gibt anschließend einen zusätzlichen Impuls an den Mikrorotor zurück. Laut Hersteller erhöht dieses Prinzip die Aufzugseffizienz um rund 40 % (Quelle S1, 2024). Gleichzeitig schützt eine integrierte Auskupplung den Mechanismus vor Stößen, indem sie bei starken Erschütterungen das Hilfsschwungrad temporär von der Welle trennt (Quelle S2).
Physikalische Basis
- Trägheitsmasse des Hilfsschwungs wandelt geringe Wrist-Movements in nutzbare Energie um.
- Die Feder speichert die überschüssige Energie und gibt sie kontrolliert zurück.
- Durch die Kreislauf-Rückführung entsteht ein Wirkungsgrad-Zuwachs von ca. +40 % gegenüber herkömmlichen Mikrorotoren (S1).
Historischer Kontext & Masterplan der Marke Renaud Tixier
Die Marke beruht auf der Partnerschaft zwischen Dominique Renaud – Mitgründer von Renaud & Papi / APRP mit über vier Jahrzehnten Erfahrung und rund 25 Uhrmacher-Innovationenn – und Julien Tixier, der für komplexe Einzelanfertigungen wie den 9.999-Jahre-Säkularkalender “Tempus Fugit” bekannt ist. Der gemeinsame Anspruch ist ein 20-Jahre-Zyklus von sieben Uhren, wobei jede Uhr einem Wochentag gewidmet ist und eine fundamentale uhrmacherische Grundfrage löst. Die “Monday” widmet sich dabei dem Mikrorotor-Aufzug (Quelle S5, 2024).
Der siebentägige Masterplan
- 7 Modelle – je eines pro Wochentag (geplant für 2024-2044).
- Jedes Modell stellt einen neuen technischen Ansatz vor.
- Monday ist das Auftaktmodell und fokussiert die Verbesserung des Mikrorotor-Aufzugs.
Technische Daten des RVI2025-Kalibers
Der Kaliber bildet das Herz der Monday Skeleton. Er umfasst 262 Einzelkomponenten, ist 36,8 mm im Durchmesser und 6,83 mm dick. Die Frequenz beträgt 18 000 A/h (2,5 Hz) und die Gangreserve ist auf mindestens 72 Stunden erhöht – ein Plus von 12 Stunden gegenüber dem Vorgängerkaliber RVI2023 (60 h) (Quelle S3, 2024).
Besondere Fertigungsmerkmale
- 238 manuell ausgeführte Innenwinkel (Angles Rentrants) – CNC-Maschinen können diese Präzision nicht erreichen (Quelle S2).
- Handbearbeitung: Côtes de Genève, Sunray-Finishing, Kreis-Rillen, Brücken-Abrundung, Beveling und Schwarz-Polieren.
- Alle 262 Bauteile wurden im Haus in Tolochenaz von Hand gefertigt.
Gehäuse, Design und Limitierung
Das Gehäuse der Monday Skeleton besteht aus 18 K Gray-Gold und misst 40,8 mm im Durchmesser bei einer Höhe von 12,6 mm – damit weicht es von der klassischen Mikro-Rotor-Flachheit ab, die typischerweise unter 3 mm liegt (Kritikpunkt, S4). Die Uhr ist in zwei Farbvarianten erhältlich: ein tiefes Grün und ein petrolblaues Blau. Jede Farbe ist auf 15 Exemplare limitiert, insgesamt also 30 Stück. Der Listenpreis liegt bei CHF 129.000 (exkl. MwSt.) (Quelle S1, 2026).
Weitere Spezifikationen
- Saphir-Kuppel, 7 Schrauben am Gehäuseboden.
- Wasserdichtigkeit: 30 m.
- Hand-gestickter 21 mm Alligator-Lederarmband, passend zu Farbvarianten, mit 18 K-Weißgold-Schließe.
- Zeitanzeige: Stunden, Minuten, kleiner Sekunden-Subdial.
FAQ zur Monday Skeleton
Was genau bewirkt der “Danseur” im Mikrorotor?
Der “Danseur” besteht aus einem zentralen Platin-Schwungrad und einer Antriebsfeder in der Nabe. Er wandelt kleinste Handgelenksbewegungen in zusätzliche Rotationsimpulse um, erhöht den Aufzugseffizienz-Gewinn um rund 40 % und schützt das Räderwerk bei Erschütterungen durch eine Auskupplung (S1).
Warum ist die Gangreserve beim Kaliber RVI2025 höher?
Durch eine überarbeitete Federhaus- und Räderwerk-Geometrie konnte die Reserve von 60 h (RVI2023) auf mindestens 72 h gesteigert werden (S2, S3).
Warum wird die Fertigung von 238 Innenwinkeln so betont?
Die ‘Angles Rentrants’ sind die höchst-finisierten Innenwinkel, die CNC-Maschinen nicht erzeugen können. Sie werden manuell mit Feilen und Holzstäben herausgearbeitet, ein Zeichen meisterhafter Haute-Horlogerie (S2).
Fazit
Die Renaud Tixier Monday Skeleton demonstriert, wie traditionelle Handwerkskunst mit moderner Ingenieurlehre zusammenwirken kann. Das patentierte “Danseur”-System löst das historische Aufzugs-Problem des Mikrorotors, während die offene Konstruktion und die 238 von Hand geschliffenen Innenwinkel einen seltenen Blick in die Werkmechanik ermöglichen. Durch die begrenzte Auflage und den hohen Preis richtet sich das Modell an anspruchsvolle Sammler, die technische Innovation und handwerkliche Perfektion zugleich suchen. Trotz kritischer Punkte – wie die relativ hohe Gehäusehöhe von 12,6 mm und die niedrige Frequenz von 2,5 Hz – bleibt die Monday Skeleton ein markantes Beispiel für die Vision, sieben Grundprinzipien der Uhrmacherkunst über zwei Jahrzehnte hinweg zu neu-definieren.
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