Skip to main content

Luxusuhr.net - Uhren Test, Ratgeber & Kaufberatung

Historische Lancierung der Breguet Classique Tourbillon 7357: Tradition trifft Moderne

>> Zu unserer Uhren-Empfehlung

Am 26. Juni 2026 feierte Breguet das 225. Jubiläum des Tourbillon-Patents von Abraham-Louis Breguet (1801) mit der Vorstellung der Classique Tourbillon 7357 in Platin (7357PT) und Breguet-Gold (7357BH). Die neue Referenz verbindet das Erbe der ersten modernen Tourbillon-Armbanduhr der Marke – die legendäre 3350/3357 – mit einer zeitgemäßen Ergonomie (35 mm Durchmesser) und einer umfassenden technischen Aufwertung des Kalibers 558.

Historischer Ursprung – Daniel Roths Pionierarbeit und Lemania-Wurzeln

Ende der 1980er-Jahre entwickelte der Chefuhrmacher Daniel Roth in enger Zusammenarbeit mit Nouvelle Lemania das Kaliber Lemania 399, das bei Breguet als Kaliber 558 geführt wurde. Die daraus entstandene Referenz 3350 wurde 1988/89 präsentiert – die erste Tourbillon-Armbanduhr der modernen Breguet-Ära und ein Symbol für die Renaissance der Haute Horlogerie nach der Quarzkrise. Die dreijährige gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsphase (1988, 3 Jahre) legte den Grundstein für die heutige 7357.

Technische Neuerungen des Kalibers 187B

Das neue Werk 187B ist der direkte mechanische Nachfolger des historischen Kalibers 558. Es bleibt bei der Frequenz von 2,5 Hz (18 000 Halbschwingungen pro Stunde), erhöht jedoch die Gangreserve auf 60 Stunden und ist vollständig amagnetisch dank einer Nivachron-Spiralfeder und einer Silizium-Hemmung.

Umfang der Werksmodernisierung – 41 % Neuteile

  • 41 % der Bauteile sind neu konstruiert im Vergleich zum Vorgängerkaliber 558 (Quelle S2, 2026).
  • Gesamtzahl der Komponenten: 190 Teile (Quelle S1, 2026).
  • Bauteilhöhe: 4,9 mm bei einem Werkdurchmesser von 30,0 mm (Quelle S1, 2026).
  • Massive Goldzeiger ersetzen die früheren gebläuten Stahlzeiger, um magnetische Wechselwirkungen zu eliminieren.
  • Die Werkrückseite erhält eine Guillochierung, die den Bergkamm “Dent de Vaulion” im Vallée de Joux widerspiegelt.

Verbesserte Gangreserve und Frequenz

  • Frequenz: 2,5 Hz (18 000 A/h) – unverändert gegenüber dem 558 (Quelle S1).
  • Gangreserve: 60 Stunden – gesteigert von ca. 50 Stunden des Vorgängers.
  • Amagnetisches Konzept verhindert Störungen durch äußere Magnetfelder.

Überarbeitete Gehäusegeometrie und ergonomische Bandanstöße

Breguet reagierte auf kritische Rückmeldungen zu den langen, geraden Bandanstößen der Vorgängermodelle. Die neuen “Welded Lugs” besitzen eine spürbar stärkere Abwärtskrümmung, wodurch die Lug-to-Lug-Distanz von 43 mm jetzt harmonischer und flacher am Handgelenk anliegt. Der Gesamthöhenbereich des Gehäuses liegt zwischen 8,9 mm (reines Gehäuse) und 9,2 mm (inklusive Saphirglas-Wölbung).

Design und Materialien – Platin und Breguet-Gold

Die beiden Ausführungen weisen folgende Merkmale auf:

  • Gehäusematerial: 950 Platin (7357PT) bzw. 18 K Breguet-Gold (7357BH).
  • Zifferblatt: 18 K Gold, anthrazit elektropoliert (Platin) oder silbered (Gold).
  • Applikationen: Clous de Paris-Muster auf der Kleinuhr (12 Uhr) und Barleycorn-Guilloché-Muster auf dem Hauptdial, alle goldfarben; Rhodium-Plattierung bei der Platin-Version.
  • Zeiger: Massiv aus Gold, um das amagnetische Konzept zu unterstützen.
  • Armband: Graues Kalbsleder (Platin) bzw. beiges Kalbsleder (Gold), jeweils mit passenden Faltschließe aus Platin bzw. Breguet-Gold.

Marktrelevanz und Preisgestaltung

Der Einführungspreis beträgt 165.300 € für die Gold-Version (7357BH) und 181.900 € für die Platin-Version (7357PT) (Quelle S4, 2026). Die Preispositionierung wirft im Vergleich zu den Vintage-Modellen 3350/3357, die auf dem Sekundärmarkt teilweise für einen Bruchteil dieses Betrags erhältlich sind, Fragen zur Wertigkeit auf. Zudem gibt es drei wesentliche Gegenpole, die in Fachkreisen diskutiert werden:

  • Frequenz vs. Stoßfestigkeit: Die klassische Schwingfrequenz von 2,5 Hz ist historisch authentisch, jedoch weniger schlagfest als modernere 3-Hz- oder 4-Hz-Werke.
  • Preis-Sprung gegenüber Vintage-Modellen: Sammler sehen den hohen Neupreis im Vergleich zu bereits vorhandenen 3350/3357 Modellen als kritischen Faktor.
  • Geänderte Formsprache der Bandanstöße: Puristen schätzen die geraden Anstöße der klassischen Breguet-Modelle; die neue Krümmung wird teilweise als Abkehr von der historischen DNA wahrgenommen.

FAQ zur Breguet Classique Tourbillon 7357

  • Worin liegt der Unterschied zwischen dem alten Kaliber 558 und dem neuen 187B?
    Das Kaliber 187B behält die Frequenz von 2,5 Hz und den grundlegenden Aufbau bei, steigert die Gangreserve von ca. 50 auf 60 Stunden, nutzt rund 41 % neue Teile, verfügt über eine amagnetische Nivachron-Spirale samt Silizium-Hemmung und ersetzt gebläute Stahlzeiger durch massive Goldzeiger.
  • Welche Rolle spielte Daniel Roth bei der Entstehung dieser Uhr?
    Daniel Roth entwickelte als damaliger Chefuhrmacher von Breguet Ende der 1980er-Jahre zusammen mit Nouvelle Lemania das Kaliber 558 und schuf mit der Referenz 3350 im Jahr 1988/89 die erste Tourbillon-Armbanduhr der Manufaktur.
  • Was zeichnet das Werkdekor auf der Rückseite der 7357 aus?
    Statt der früheren floralen Handgravur zeigt das 187B eine geometrische Guillochierung, deren Relief durch den Bergzug “Dent de Vaulion” im Vallée de Joux inspiriert ist.

Fazit

Die Breguet Classique Tourbillon 7357 verkörpert einen bewussten Dialog zwischen Tradition und Innovation. Sie bewahrt den historischen 35-mm-Durchmesser und das ikonische Tourbillon-Konzept, während sie durch das 41 % neu entwickelte Kaliber 187B, die amagnetische Nivachron-Spiralfeder, die Silizium-Hemmung und die neu gestalteten Bandanstöße zeitgemäße Ansprüche an Präzision und Tragekomfort erfüllt. Gleichzeitig sorgt die Preispositionierung und die modifizierte Formsprache für kontroverse Diskussionen unter Sammlern. Ungeachtet dieser Spannungsfelder bleibt die 7357 ein bedeutendes Zeichen für Breguets Engagement, das 225-jährige Erbe des Tourbillons in die moderne Haute Horlogerie zu tragen.

>> Zu unserer Uhren-Empfehlung

Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *