Erweiterung der H. Moser & Cie. Heritage-Kollektion 2026: Heritage Chronograph White Fumé und Heritage Centre Seconds Espresso Fumé
>> Zu unserer Uhren-EmpfehlungIm Jahr 2026 erweitert H. Moser & Cie. seine legendäre Heritage-Kollektion um zwei limitierte Modelle – den Heritage Chronograph White Fumé und den Heritage Centre Seconds Espresso Fumé. Beide Uhren verbinden Vorkriegs-Ästhetik mit moderner, werkseigener Regulierungstechnologie und zeigen eine bemerkenswerte Abkehr vom bewährten Agenhor-Agengraph-Kaliber zugunsten eines modularen Dubois-Dépraz-Aufbaus. Der folgende Artikel beleuchtet den Konstruktionshintergrund, die Materialtechnologien, die industrielle Fertigungstiefe und die marktstrategische Bedeutung dieser Sondereditionen.
Konstruktionshintergrund: Modulchronograph versus Agengraph
Die Entscheidung für ein Dubois-Dépraz-Modul auf dem Basiskaliber HMC 220 ist zifferblattbedingt. Das bisher von Moser genutzte Agengraph-Werk von Agenhor arbeitet ausschließlich mit zentralen Stopp- und Startzeigern und kann deshalb kein historisches Bi-Compax-Layout mit dezentralen Hilfszifferblättern bei 3 Uhr und 9 Uhr realisieren. Durch das zusätzliche Modul wird das klassische 1940-Jahre-Design, das bereits 2024 bei der Endeavour Chronograph Compax × Massena LAB Edition eingesetzt wurde, wieder möglich.
- Modularer Aufbau ermöglicht dezentrale Hilfszifferblätter (Bi-Compax)
- HMC 220 Basiskaliber inkl. Dubois-Dépraz-Aufsatz – Gesamthöhe 13,8 mm (gegenüber 11,1 mm beim Schwestermodell)
- 51 Lagersteine im Kombinationswerk (gegenüber 27 Steinen im reinen HMC 200 Dreizeiger-Kaliber)
Die Bauhöhe von 13,8 mm wird dabei horologisch als spürbar kräftiger eingeschätzt, da das Schaltradwerk unter dem Zifferblatt verborgen bleibt und der Sichtboden lediglich das Dreizeiger-Basiskaliber zeigt.
Industrielle Fertigungstiefe: Precision Engineering AG & Straumann-Spirale
Die in beiden Modellen verbaute Straumann-Spiralfeder stammt von der MELB-Tochter Precision Engineering AG (PEAG) in Neuhausen am Rheinfall. PEAG gehört zu den wenigen unabhängigen Schweizer Manufakturen, die eigene Regulierorgane aus patentierten Niob-Titan- bzw. PE4000-Legierungen fertigen und damit Moser von Großserienzulieferern wie der Swatch-Group-Tochter Nivarox unabhängig machen.
- Jährliche Produktionskapazität von ca. 50.000 Spiralfedern (2022)
- Frequenz der Straumann-Hemmung: 21 600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz, 2026)
- Sichert eine Gangreserve von 72 Stunden bei beiden Modellen
Durch die interne Beschaffung der Spirale wird nicht nur die technische Autarkie betont, sondern auch die Präzision des 3-Hertz-Taktorgans weiter erhöht.
Materialtechnologie: Globolight-Ziffern bei Heritage Centre Seconds
Die Ziffern des Heritage Centre Seconds bestehen aus Globolight, einem innovativen Keramik-Verbundwerkstoff, der homogen mit Super-LumiNova angereichert ist. Diese Technologie erlaubt dreidimensionale, freistehende Appliken, die tagsüber eine hohe Schärfe besitzen und nachts eine vollflächige Leuchtkraft ohne Trägerfassungen bieten.
- Auflagegröße: 200 Stück weltweit (2026)
- Gehäusedurchmesser: 42 mm in Edelstahl (2026)
- Globolight-Appliken erzeugen ein skulpturales Tagesbild und intensive Nachtleuchtkraft
Design und Ästhetik der Heritage-Modelle
Beide Uhren setzen auf das charakteristische Heritage-Case mit drumpförmiger Form und drahtähnlichen Lugs, das an Taschenuhren-Konvertierungen und 1940-Jahre-Fliegerchronographen erinnert. Der Heritage Chronograph White Fumé präsentiert ein silbrig-weißes Sun-Ray-Zifferblatt mit dezentem Raucheffekt am Rand, große arabische Ziffern, bläuliche Typografie und das 1947-inspirierte Moser-Logo. Zusätzlich finden sich ein Präzisions-Sekundentrack und eine doppelte Tachymeterskala (300 – 30 km/h).
Der Heritage Centre Seconds Espresso Fumé besticht durch ein kaffeebraunes, gradientiertes Zifferblatt, ebenfalls mit großen arabischen Ziffern, jedoch gefertigt aus Globolight. Beide Modelle verfügen über zweifarbige, sword-shaped Hands – bei der Chronograph-Version mit Super-LumiNova-Beschichtung, bei der Centre-Seconds-Version ebenfalls lumineszierend.
- Chronograph White Fumé – Gehäusehöhe 13,8 mm, Durchmesser 42 mm, Limitierung 100 Stück, Preis CHF 29.200 / EUR 34.100 / USD 34.100
- Centre Seconds Espresso Fumé – Gehäusehöhe 11,1 mm, Durchmesser 42 mm, Limitierung 200 Stück, Preis CHF 15.700 / EUR 18.300 / USD 18.300
- Gangreserve beider Modelle: 72 Stunden
Technische Spezifikationen im Überblick
| Modell | Kaliber | Juwelen | Höhe (mm) | Gangreserve (h) | Limitierung |
|---|---|---|---|---|---|
| Heritage Chronograph White Fumé | HMC 220 + Dubois-Dépraz-Modul | 51 | 13,8 | 72 | 100 Stück |
| Heritage Centre Seconds Espresso Fumé | HMC 200 | 27 | 11,1 | 72 | 200 Stück |
Kritische Gegenstimmen und Marktpositionierung
Die modulare Bauweise und die damit verbundene Bauhöhe von 13,8 mm werfen in der Haute-Horlogerie-Preislage (über 34.000 EUR) kritische Fragen auf. Sammler erwarten häufig ein voll integriertes Chronographenwerk; das Dubois-Dépraz-Modul erhöht die Gesamthöhe und verdeckt die Stopp-Mechanik unter dem Zifferblatt. Gleichzeitig scheint die 42-mm-Gehäusedimension im Widerspruch zur historisch kleineren Taschenuhr-Ästhetik zu stehen, da die originalen 1940-Jahre-Chronographen lediglich 34 – 38 mm maß. Dennoch wird die technische Autarkie und die Möglichkeit, ein authentisches Bi-Compax-Layout zu präsentieren, von vielen Enthusiasten positiv bewertet.
FAQs – Häufig gestellte Fragen
Warum verbaut H. Moser & Cie. im neuen Heritage Chronograph nicht das bekannte Agengraph-Kaliber?Das Agengraph-Werk von Agenhor führt Stopp- und Startfunktionen zentral aus der Werkmitte aus. Für das authentische 1940-Jahre-Bi-Compax-Design mit dezentralen Hilfszifferblättern bei 3 Uhr und 9 Uhr musste Moser auf ein spezialisiertes Dubois-Dépraz-Modul auf dem Kaliber HMC 220 zurückgreifen (Quelle: Uhren-Nerd 2026).Was ist der Vorteil von Globolight bei der Heritage Centre Seconds Espresso?Globolight ist ein keramischer Verbundwerkstoff, in den Super-LumiNova direkt eingebettet ist. Dadurch entstehen dreidimensionale, homogene Ziffern-Appliken, die tagsüber skulptural wirken und nachts intensiv leuchten (Quelle: Oracle Time 2026).Woher stammt die im HMC 220 und HMC 200 verwendete Straumann-Spirale?Sie wird von der konzerneigenen Schwestergesellschaft Precision Engineering AG (PEAG) in Neuhausen am Rheinfall gefertigt, die unter dem Dach der MELB Holding hochpräzise Hemmungsteile produziert (Quelle: Watch-Wiki).
Fazit
Die limitierten Heritage-Modelle von H. Moser & Cie. demonstrieren eindrucksvoll, wie traditionelle Design-Elemente aus den 1940-er-Jahren mit moderner, werkseigener Technologie verknüpft werden können. Der modulare Dubois-Dépraz-Chronograph ermöglicht ein authentisches Bi-Compax-Zifferblatt, das mit dem klassischen Agengraph-Werk nicht realisierbar wäre. Gleichzeitig verdeutlicht die interne Fertigung der Straumann-Spirale und der Einsatz von Globolight-Ziffern die Innovationskraft und Unabhängigkeit der Marke. Trotz kritischer Anmerkungen hinsichtlich Bauhöhe und Gehäusedimension bleibt die Heritage-Kollektion ein bedeutender Schritt, der die Verbindung von Historie und zeitgemäßer Uhrmacherkunst auf hohem Niveau verkörpert.
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