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AdC16 von Atelier de Chronométrie – Der erste Zwei-Register-Chronograph mit Kaliber S440

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Im boomenden Segment unabhängiger Haute-Horlogerie präsentiert das katalanische Atelier de Chronométrie sein neuestes Meisterwerk: den AdC16, den ersten regulären Zwei-Zähler-Chronographen der Marke. Das Herzstück bildet das Kaliber S440, eine auf dem historischen Valjoux 23 basierende, jedoch stark modifizierte Ébauche. Mit einem Preis von etwa 140.000 bis 150.000 Euro und einem Auftragsbuch, das bis 2030 gefüllt ist, demonstriert das Modell, wie traditionelle Handarbeit, innovative Konstruktions- und Individualisierungsansätze eine Wiedergeburt im sechsstelligen Preissegment ermöglichen.

Konstruktive Tiefe des Kalibers S440

Das Kaliber S440 geht weit über eine reine kosmetische Aufarbeitung des Valjoux 23 hinaus. Neben einer klassischen Schwingfrequenz von 18.000 VPH (2,5 Hz) wurde ein augenblicklich springender 30-Minuten-Zähler integriert, der exakt im Sekundensprung umspringt – ein Merkmal, das bei Chronographen selten zu finden ist.

Die handgefertigten Brücken sind nach historischen Vorbildern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts modelliert. Besonders hervorzuheben ist die Kupplungsbrücke, die als stilisierter Drache gestaltet ist, sowie eine eigens entwickelte Unruh, die als Hommage an Marinechronometeren dient. Die Unruh arbeitet mit einer Frequenz von 18.000 VPH und unterstützt eine Gangreserve von 52 Stunden trotz des neu konzipierten Kadratur-Layouts.

  • Handgefertigte Brücken in Tierformen (Drachen-Motiv)
  • Marinechronometer-Unruh mit 18.000 VPH
  • Instantaneous Jump-Minute-Counter
  • Manuelle Aufzugsgangreserve von 52 Stunden
  • 20 Rubine als Lagersteine

Historischer Kontext und Fertigungskapazität von Atelier de Chronométrie

Obwohl der AdC16 der erste reguläre Zwei-Zähler-Chronograph der Marke ist, baut er auf einer soliden Basis von drei vorherigen Schleppzeiger-Chronographen (AdC8, AdC17 und AdC99) auf. Diese Referenzen dienten als uhrmacherisches Fundament für die Weiterentwicklung des Chronographen-Mechanismus.

Die Werkstatt in Barcelona, geführt von Santiago Martínez und Montse Gimeno, arbeitet strikt ohne CNC-Endbearbeitung. Traditionell werden weniger als zehn bis fünfzehn Uhren pro Jahr gefertigt – 2023 lag die Jahresproduktion bei unter 10 Exemplaren. Fertigungstiefe erklärt die lange Wartezeit bis 2030 und verdeutlicht, dass das Atelier kein industrieller Massenproduzent, sondern ein echter Kunsthandwerker ist.

  • Historische Jahresproduktion: unter 10 Stück (2023)
  • Vorgängermodelle: 3 Schleppzeiger-Chronographen (AdC8, AdC17, AdC99)
  • Fertigung ohne CNC, komplett handgefertigt
  • Auftragsbestand geschlossen bis: 2030

Preis, Verfügbarkeit und Individualisierung

Der AdC16 wird als vollständig individuelles Unikat („pièce unique“) angeboten. Gehäuse, Zifferblatt und Veredelungsgrade können nach Kundenwunsch angepasst werden. Das aktuelle Preisband liegt zwischen 140.000 Euro und 150.000 Euro, wobei die genaue Summe von den gewählten Individualisierungen abhängt.

Das Gehäuse misst 36 mm im Durchmesser und wird in einer Kombination aus Edelstahl und 18-Karat-Gelbgold angeboten. Das Zifferblatt präsentiert sich in einem schwarzen, galvanisch vergoldeten Stil, ergänzt durch gelbgoldene applizierte Indexe und Zeiger. Weitere Veredelungen umfassen Palladium-plattierte, gefrostete Brücken, Anglage, Perlage, polierte Countersinks und gerades Graining.

  • Preis: 140.000 – 150.000 EUR (2026)
  • Gehäusedurchmesser: 36 mm
  • Materialien: Edelstahl + 18 K Gelbgold, schwarz-galvanisch-gilt-Style Zifferblatt
  • Individuelle Veredelungen: Paladium-Frost, Anglage, Perlage, etc.
  • Verfügbarkeit: Auftragsbasis, Auftragsbuch bis 2030 voll

Kritische Betrachtungen und mögliche Risiken

Obwohl das Kaliber S440 auf einem historischen Valjoux 23-Basiswerk beruht, erwarten einige Sammler im Preissegment von 140.000 – 150.000 Euro ein komplett in-house entwickeltes Werk, wie es etwa bei Marken wie Rexhep Rexhepi oder Chronométrie Ferdinand Berthoud üblich ist. Diese Erwartungshaltung stellt einen potenziellen Kritikpunkt dar.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Wartungs- und Ersatzteilversorgung. Da viele Bauteile – darunter Hebel, Brücken und Kadratur-Räder – per Hand maßgefertigt werden, ist eine Revision außerhalb Barcelonas kaum durchführbar. Dies kann die langfristige Servicefähigkeit für Sammler einschränken.

  • Historische Ébauche-Basis statt komplett eigenem Kaliber
  • Wartung und Ersatzteilversorgung nur lokal möglich

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Kaliber S440 und einem normalen Valjoux 23?

Das S440 kombiniert umfassende Handfinissierungen (Palisadierung, Frosting, Anglage) mit einer kompletten Neukonstruktion des Minutenzählersystems. Der 30-Minuten-Zähler springt exakt im Sekundensprung, und es wurden neue Unruhgeometrien sowie tierförmig skulpturierte Brücken integriert.

Warum ist die Wartezeit auf eine AdC-Uhr so lang?

Das Atelier fertigt mit einem kleinen Team ausschließlich handwerklich, ohne industrielle Fertigungsstraßen, und produziert traditionell nur eine einstellige bis sehr niedrige zweistellige Zahl an Uhren pro Jahr. Diese limitierte Produktionskapazität erklärt das Auftragsbuch bis 2030.

Kommen weitere Versionen dieses Chronographen auf den Markt?

Ja, das Atelier hat bereits angekündigt, in den Folgemonaten zwei weitere Unikate auf Basis des Kalibers S440 mit alternativen Werkfinissierungen, Gehäusemetallen und Zifferblatt-Designs vorzustellen.

Fazit

Der AdC16 markiert einen Meilenstein für Atelier de Chronométrie: Er verbindet die historische Eleganz des Valjoux 23 mit modernen, handgefertigten Innovationen wie dem sofort springenden Minuten-Zähler und kunstvoll gestalteten Brücken. Die limitierte Fertigung, die vollständige Individualisierung und das Preisniveau von 140.000 – 150.000 Euro positionieren die Uhr klar im oberen Segment unabhängiger Haute-Horlogerie. Gleichzeitig bleiben offene Fragen zur In-House-Entwicklung des Werks und zur langfristigen Servicefähigkeit bestehen – Punkte, die Sammler bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen sollten.

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