A. Lange & Söhne Triple Split 424.025F in 950 Platin – weltweit erster 12-Stunden-Schleppzeiger-Chronograph
>> Zu unserer Uhren-EmpfehlungIm September 2026 präsentiert A. Lange & Söhne die limitierte Platinum-Edition der Triple Split (Referenz 424.025F). Mit einem Gehäuse aus 950 Platin, einem Durchmesser von 43,2 mm und einer Bauhöhe von 15,6 mm wird damit das bislang einzige mechanische Schleppzeiger-Chronograph-Werk vorgestellt, das Zwischenzeiten bis zu zwölf Stunden exakt messen kann. Die Uhr ist auf 100 Stück limitiert und kostet rund 210 000 Euro.
Einzigartigkeit des Triple Split: Dreifacher Schleppzeiger und 12-Stunden-Messung
Der Triple Split ist der erste und bislang einzige Armband-Chronograph, der drei unabhängige Zeigerpaare (Sekunden, Minuten, Stunden) gleichzeitig laufen lässt. Während ein klassischer Rattrapante lediglich Zeitintervalle bis zu 60 Sekunden festhalten kann, ermöglicht die Triple Split die Messung von Zeiträumen bis zu 12 Stunden (11 h 59 min 59 s). Diese Fähigkeit macht das Werk zu einem Meilenstein der Chronometer-Ingenieurkunst.
Patentiere Isolationsmechanik gegen Amplitudenverlust
Ein zentrales physikalisches Problem herkömmlicher Schleppzeigerwerke ist der Drehmoment- und Amplitudenverlust, wenn die Schleppzeiger angehalten werden. Ohne spezielle Isolation rutschen die Reibungshebel über die weiterlaufenden Herzscheiben, was zu einem Amplitudenabfall von 20 % bis 40 % führt (Stand 2018). A. Lange & Söhne löste dieses Problem mit einem patentierten Entkoppelungs-System (Disengagement-System) auf den Sekunden- und Minutenachsen. Beim Betätigen des Drückers heben mechanisch zwei Entkoppelungsräder die Schlepphebel von den Herzscheiben ab, sodass die Unruh-Amplitude praktisch unverändert bleibt.
- Amplitudenverlust herkömmlicher Rattrapante: 20 %-40 %
- Einfluss des Lange-Systems: Minimaler Amplitudenabfall
- Patentierter Isolator-Mechanismus seit 2018
Historische Entwicklung von Double Split zu Triple Split
Die Triple Split knüpft an die 2004 lancierte Double Split (Kaliber L001.1) an, die damals als weltweit erster Chronograph Zwischenzeiten bis zu 30 Minuten festhalten konnte. 2018 wurde das Messfenster um das 24-fache erweitert – von 30 Minuten auf volle 12 Stunden – und 2026 erfolgte die Einführung der Platinum-Version. Dieser quantitative Sprung verdeutlicht den kontinuierlichen Innovationsschritt der sächsischen Manufaktur.
- 2004 Double Split: Messbereich 30 Minuten
- 2018 Triple Split: Messbereich 12 Stunden (24-facher Sprung)
- 2026 Platinum-Edition: 100 Stück limitiert
Kaliber L132.1 – Korrektur und technische Komplexität
Im Fließtext des ursprünglichen Artikels wurde das Kaliber fälschlich als L123.1 bezeichnet. Die korrekte Manufakturbezeichnung lautet L132.1. Das Werk umfasst 567 Bauteile, darunter 46 Rubine und 5 verschraubte Gold-Chatons. Die Montage erfordert zwei komplette Demontagen und Neuassemblierungen durch hochspezialisierte Meisteruhrmacher, um die mehrfach ineinander geschachtelten Hohlwellen für die drei Zeigerpaare exakt zu justieren.
- Kaliberbezeichnung: L132.1 (nicht L123.1)
- Gesamtzahl Komponenten: 567
- Rubine: 46
- Gold-Chatons: 5
- Frequenz: 3 Hz (21 600 VPH)
- Gangreserve: 55 Stunden
Limitierung, Preis und technische Daten
Die Platinum-Referenz 424.025F ist auf 100 Stück limitiert. Der UVP liegt bei etwa 210 000 Euro (2026). Zum Vergleich: Die Weißgold-Erstversion (Referenz 424.038) wurde 2018 für 139 000 Euro angeboten. Weitere technische Eckdaten:
- Gehäusematerial: 950 Platin
- Durchmesser: 43,2 mm
- Höhe: 15,6 mm
- Zifferblatt: .925 Silber, grau mit lichtgrauen Track- und Subdial-Bereichen
- Lume: ja (nicht spezifiziert)
- Wasserdichtigkeit: 50 m
- Armband: handgenähtes Alligator-Leder, Quick-Release-Schließe aus Platin
Risiken und Service-Komplexität
Die Verwendung von 950 Platin führt zu einem hohen Gewicht und einer beträchtlichen Präsenz am Handgelenk – bei einem Durchmesser von 43,2 mm und einer Dichte von ca. 21,45 g/cm³ kann die Uhr für schmalere Handgelenke ergonomisch herausfordernd sein. Zudem erhöht die hohe Bauteilzahl von 567 die Service-Komplexität: Revisionen erfordern ausschließlich ausgewählte Spitzen-Uhrmacher in Glashütte, was zu langen Durchlaufzeiten und hohen Kosten führen kann.
- Erhebliche Gehäusedimensionen und Gewicht durch Platin
- Wartung nur durch spezialisierte Glashütter
- Hohe Kosten für Service und Ersatzteile
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet die Triple Split von einem herkömmlichen Schleppzeiger-Chronographen?Ein klassischer Rattrapante misst Zwischenzeiten bis zu 60 Sekunden. Die Triple Split verfügt über separate Zeigerpaare für Sekunden, Minuten und Stunden und ermöglicht Messungen bis zu 12 Stunden.Wie heißt das Manufakturkaliber der Triple Split korrekt?Das Werk trägt offiziell die Bezeichnung Kaliber L132.1. In einigen Artikeln wurde fälschlicherweise L123.1 verwendet.Wie verhindert A. Lange & Söhne Gangungenauigkeiten beim Anhalten der Zwischenzeit?Ein patentierter Isolier- und Abhebemechanismus hebt bei Stillstand der Rattrapante-Zeiger die Reibungshebel von den Herzscheiben ab, sodass die Schwingungsamplitude der Unruh nicht einbricht.
Technischer Vertiefungsabsatz
Hinter der schieren Teileflut des Kalibers L132.1 – das im Text zuweilen fälschlich als L123.1 referenziert wird – verbirgt sich eine der anspruchsvollsten Lösungen der modernen Chronometrie (A. Lange & Söhne 2026). Wenn bei herkömmlichen Schleppzeigerwerken die Zange schließt, um eine Rundenzeit einzufrieren, schleifen Reibungshebel permanent auf den weiterdrehenden Herzscheiben des Werks. Dies führt üblicherweise zu einem drastischen Amplitudeneinbruch der Unruh. Lange begegnet diesem physikalischen Dilemma mit einem patentierten Isoliersystem: Beim Betätigen des Drückers bei 10 Uhr heben zwei Entkoppelungsräder auf der Sekunden- und Minutenebene die Schlepphebel mechanisch ab (Chia 2026). Der Drehmomentverlust wird minimiert und das Räderwerk läuft mit unverminderter Präzision weiter.
Konstruktiv setzt das sächsische Werk Maßstäbe durch drei ineinanderlaufende Hohlwellen für das zentrale Sekundenzeigerpaar sowie jeweils doppelwandige Achsen für die Hilfszifferblätter. Uhrmachermeister müssen das Endspiel dieser filigranen Bauteilkaskaden in zeitraubender Feinstarbeit justieren, bevor das Werk – wie bei Lange obligatorisch – ein zweites Mal komplett zerlegt, finissiert und remontiert wird (Geelen 2026).
Fazit
Die A. Lange & Söhne Triple Split in 950 Platin ist ein technisches Solitärstück, das neue Maßstäbe in der Chronographen-Technologie setzt. Durch den patentierten Isolations-Mechanismus bleibt die Unruh-Amplitude selbst bei angehaltenen Schleppzeigern stabil, und das Kaliber L132.1 demonstriert eine beispiellose Bauteil- und Montagekomplexität. Trotz der ergonomischen Herausforderungen und der hohen Service-Kosten bleibt die Uhr für Sammler und Liebhaber höchster Uhrmacherkunst ein begehrtes Objekt – ein einzigartiger Dreifach-Schleppzeiger-Chronograph, den es bislang in keiner anderen Manufaktur gibt.
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