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Aktuelle Entwicklungen in der Schweizer Uhrenindustrie Anfang 2026

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Die Schweizer Uhrenindustrie startet ins Jahr 2026 mit einem gemischten Bild: Während die Exporte im Januar 2026 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr zurückgingen, brachte der Februar ein starkes Aufwind von 9,2 % im Vergleich zum Vormonat. Diese Schwankungen treten vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, eines teuren Frankens und steigender Goldpreise auf, die das Luxussegment insgesamt belasten.

Exportzahlen im Januar und Februar 2026 – Uneinheitliche Entwicklung

Laut der Fédération Horlogère beliefen sich die Uhrenexporte im Januar 2026 auf 1,922 Milliarden Schweizerfranken, ein Rückgang von 3,6 % gegenüber Januar 2025. Im Februar 2026 stiegen die Exporte auf 2,168 Milliarden Franken, was einem Zuwachs von 9,2 % zum Vormonat entspricht.

  • Januar 2026: 1,922 Mrd CHF (-3,6 % YoY)
  • Februar 2026: 2,168 Mrd CHF (+9,2 % MoM)
  • Mengensteigerung im Januar um 2 % bei gleichzeitigem Wertverlust von 3,7 %
  • Uhrentypen mit Preisrückgang: Edelmetall-Uhren -14 %, Stahlmodelle -4,5 %, Hochpreissegment (>3.000 CHF) -8,1 %

Der Unterschied zwischen Menge und Wert deutet auf einen ungünstigeren Produktmix und niedrigere Durchschnittspreise je Stück hin.

Regionale Entwicklungen – Gewinner und Verlierer

Die Zahlen zeigen ein stark differenziertes Bild nach Märkten:

  • USA: Januar-Rückgang um 14,0 % (Exportwert 325,9 Mio CHF); Februar-Zuwachs um 26,8 %.
  • Frankreich: Januar-Anstieg um 36,8 %; Februar-Zuwachs um 57,1 %.
  • Vereinigte Arabische Emirate (VAE): Januar-Zuwachs um 8,1 %.
  • Deutschland: Januar-Rückgang um 16,4 %.
  • Hongkong: Februar-Rückgang um 5,2 %.
  • China: Februar-Rückgang um 11,0 %.
  • Japan: Februar-Zuwachs um 23,7 %.

Geopolitische Risiken und ihr Einfluss auf den Luxusmarkt

Der Krieg im Nahen Osten, insbesondere die Auseinandersetzung zwischen Israel/USA und Iran, stellt ein neues Risiko für den Uhrenmarkt dar. Eine Untersuchung des Institute for International Finance aus dem Jahr 2023 ergab, dass 34 % der Verbraucher aufgrund geopolitischer Unsicherheiten weniger bereit sind, Luxusgüter zu kaufen.

  • 34 % der Konsumenten zeigen geringere Luxusnachfrage bei geopolitischer Unsicherheit (2023).
  • Der Konflikt kann die Mobilität, den Tourismus und die Sichtbarkeit von Luxusgütern stark beeinträchtigen.
  • Besonders die Golfregion, die bislang als wachsender Absatzmarkt galt, ist von Unterbrechungen im Flugverkehr, steigenden Versicherungsprämien und höheren Frachtkosten betroffen.

Auswirkungen auf den Mittleren Osten

Die VAE importierten im Zeitraum Januar-Februar 2026 Uhren im Wert von 226,8 Millionen Franken, ein Wachstum von 7,1 % gegenüber dem Vorjahr. Saudi-Arabien hingegen verzeichnete einen Rückgang der Importe um 5,1 %. Weitere Entwicklungen:

  • VAE: 226,8 Mio CHF (↑7,1 %) – Platzierung vor Deutschland.
  • Saudi-Arabien: Importe 53,4 Mio CHF (-5,1 %).
  • Katar: Importe 39,6 Mio CHF (-31,2 %).
  • Kuwait: Importe 35,9 Mio CHF (↑27,7 %).
  • Bahrain: Importe 20,1 Mio CHF (↑26,6 %).

Die Gefahr liegt weniger in einer unmittelbaren Kaufkraftkrise, sondern in der Unterbrechung des Modells, das auf Offenheit, internationaler Mobilität und der Inszenierung von Wohlstand beruht.

Weitere Belastungsfaktoren – Franken, Goldpreise und US-Zölle

Der starke Schweizer Franken wirkte sich 2025 negativ auf die Swatch Group aus: ein Währungseffekt von 308 Millionen Franken senkte das Ergebnis. Der Nettoumsatz der Gruppe betrug 6,28 Milliarden Franken, ein Rückgang von 1,3 % (konstanten Wechselkursen) bzw. 5,9 % (aktuellen Wechselkursen). In den USA wurden 757,4 Millionen Franken an Uhren importiert, wobei mögliche Zolldiskussionen die Marktbedingungen weiter belasten könnten.

  • Starker Franken: negativer Währungseffekt 308 Mio CHF (Swatch Group).
  • Swatch Group Umsatz 2025: 6,28 Mrd CHF (-1,3 % YoY, -5,9 % zu aktuellen Kursen).
  • US-Importvolumen: 757,4 Mio CHF.
  • Goldpreise hoch – zusätzlicher Kostendruck für das Hochpreissegment.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie entwickeln sich die Schweizer Uhrenexporte im Vergleich zu Vorjahren?
Die Exporte sanken im Januar 2026 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, erreichten jedoch im Februar 2026 einen Wert von 2,168 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 9,2 % zum Vormonat entspricht.

Welche Märkte zeigen positive Entwicklungen für Schweizer Uhren?
Frankreich verzeichnete im Januar 2026 einen Anstieg von 36,8 % und im Februar sogar 57,1 %. Die USA wuchsen im Februar um 26,8 %, Japan um 23,7 % und die VAE um 8,1 % im Januar.

Fazit

Die Schweizer Uhrenindustrie befindet sich Anfang 2026 in einer Phase der Unsicherheit und Volatilität. Der Januar zeigte einen deutlichen Rückgang der Exporte, während der Februar mit einem bemerkenswerten Aufschwung reagierte. Regionale Unterschiede – starkes Plus in Frankreich und den USA, Schwäche in Deutschland und Teilen Asiens – verdeutlichen ein uneinheitliches Marktbild. Gleichzeitig erhöhen geopolitische Spannungen im Nahen Osten das Risiko für einen wichtigen Absatzraum, insbesondere für den Luxus-Uhrenhandel in den Golfstaaten, wo Mobilität und Tourismus zentrale Verkaufstreiber sind. Weitere Belastungen durch den teuren Franken, hohe Goldpreise und mögliche US-Zollmaßnahmen erschweren die Lage zusätzlich. Insgesamt bleibt die Erholung im Februar fragil; die Branche muss die Entwicklungen genau beobachten, um schnell auf neue Schocks reagieren zu können.

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