Angelus Tinkler 1958 Automatic – Historische Neuauflage 2026 verbindet Tradition und Moderne
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- 1 Historische Herkunft und Bedeutung der Angelus Tinkler 1958
- 2 Technische Besonderheiten der Originaluhr
- 3 Die Neuauflage 2026 – Design, Limitierung und Preis
- 4 Kaliber A600 und das Repetitionsmodul von Dubois-Dépraz
- 5 Technische Besonderheiten und mögliche Schwachstellen
- 6 FAQ – häufige Fragen zur Angelus Tinkler 2026
- 7 Fazit
Im Jahr 2026 präsentiert die Schweizer Manufaktur Angelus eine Limitierte Neuauflage der legendären Tinkler 1958. Die Uhr kombiniert das seltene Zusammenspiel einer mechanischen Viertelrepetition mit einem automatischen Aufzug – ein Konzept, das bereits 1958 als Pionierleistung galt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Komplikationsspezialisten Dubois-Dépraz und die Einführung des neuen Kalibers A600 verbindet die Neuedition historisches Erbe mit zeitgemäßer Technik.
Historische Herkunft und Bedeutung der Angelus Tinkler 1958
Die Ursprünge der Angelus-Komplikationen reichen zurück zum 15. April 1896, als Albert und Gustav Stolz ein Patent für einen geräuschlosen Fliehkraftregler anmeldeten. Dieses Patent legte den Grundstein für spätere Repetitionsmechanismen und sogar für Braille-Uhren, die Kriegsversehrten das Ablesen der Zeit ermöglichten.
1958 brachte Angelus die erste wasserdichte Armbanduhr auf den Markt, die Selbstaufzug und Viertelrepetition kombinierte – die Angelus Tinkler. Das Modell war nach dem englischen Begriff „to tinkle“ (klingeln) benannt und wurde in einer Pilotserie von nur 100 Exemplaren gefertigt. Die geringe Auflage resultierte aus der Forderung von A. Schild, mindestens 10.000 Werk- und Modulabnahmen zu garantieren, was Angelus nicht realisieren konnte.
- Patent für geräuschlosen Regulator: 15.04.1896
- Erstauflage 1958: 100 Stück
- Erste wasserdichte Armbanduhr mit Selbstaufzug und Repetition
Technische Besonderheiten der Originaluhr
Die 1958-Version verfügte über ein manuell betätigtes Schlagwerk, das über einen Drücker bei 9 Uhr die Stunden- und Viertelstunden-Schläge auslöste. Das System zog keine Energie aus dem Federhaus, wodurch die Gangreserve unverändert blieb. Allerdings fehlte eine Alles-oder-Nichts-Sicherung, sodass ein unvollständiger Drückvorgang zu falschen Schlägen führen konnte.
Die Neuauflage 2026 – Design, Limitierung und Preis
Die neue Angelus Tinkler 1958 Automatic bleibt dem historischen Vorbild treu, modernisiert jedoch Material und Fertigung. Das Gehäuse misst 38 mm im Durchmesser und 12,03 mm in der Höhe, ist mit einem verschraubten Boden versehen und besitzt ein beidseitig entspiegeltes Box-Saphirglas. Ein Sichtboden fehlt bewusst.
- Materialien: 25 Exemplare in Edelstahl, 15 Exemplare in 18-Karat-Gelbgold
- Preis (inkl. MwSt.): 44.900 € (Stahl), 66.600 € (Gelbgold)
- Wasserdichtigkeit: bis 3 Bar
- Armband: braunes Alligatorleder (Stahl), dunkelblaues Leder (Gold)
Kaliber A600 und das Repetitionsmodul von Dubois-Dépraz
Im Kern der Neuauflage steht das eigens entwickelte Automatikkaliber A600. Die Unruh schwingt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (vier Hertz) und bietet eine Gangreserve von 70 Stunden – unverändert, wenn das Schlagwerk über den Drücker bei 9 Uhr ausgelöst wird. Das Repetitionsmodul, das von Dubois-Dépraz nach einer Produktionspause von rund 30 Jahren wiederbelebt wurde, ist energieautark: Die Schlagenergie wird ausschließlich durch das manuelle Drücken des Schalters erzeugt, ohne das Grundwerk zu belasten.
- Kaliber A600: automatischer Aufzug, 70 Stunden Reserve
- Bauhöhe inkl. Modul: 7,35 mm
- Repetitionsmodul: Viertelrepetition, 2 Hämmer, 2 Tonfedern
- Produktionspause des Moduls: ca. 30 Jahre
Technische Besonderheiten und mögliche Schwachstellen
Die Neuauflage überzeugt durch zahlreiche technische Fortschritte, doch einige Aspekte können für Sammler relevant sein.
- Akustische Dämpfung: Der geschlossene Gehäuseboden und die Wasserdichtigkeit von 3 Bar reduzieren den Schalldruck im Vergleich zu traditionellen Repetitionsuhren mit offenem Boden.
- Fehlende Alles-oder-Nichts-Sicherung: Wie beim Vorbild von 1958 gibt es keine mechanische Sicherung, die unvollständige Betätigungen des Schalters verhindert. Die Bedienung erfordert daher präzises Handling.
FAQ – häufige Fragen zur Angelus Tinkler 2026
- Wie wird das Schlagwerk der Angelus Tinkler 1958 angetrieben? Das Schlagwerk nutzt die Energie des manuellen Durchdrückens des Schalters bei 9 Uhr. Die Gangreserve von 70 Stunden bleibt dabei unbeeinflusst.
- Welche Rolle spielt Dubois-Dépraz bei der neuen Angelus Tinkler? Dubois-Dépraz entwirft und fertigt das spezielle Repetitionsmodul. Die Konstruktion war etwa 30 Jahre lang nicht in Produktion, bevor sie für die Neuauflage wieder aufgenommen wurde.
- Warum gab es nur eine so kleine Auflage der Original-Tinkler in den 1950er Jahren? Im Jahr 1958 verlangte A. Schild eine Mindestabnahme von 10.000 Werken. Angelus entschied sich für eine Pilotserie von 100 Stück, da die geforderte Stückzahl nicht realisierbar war.
Fazit
Die Angelus Tinkler 1958 Automatic von 2026 ist ein seltenes Sammlerstück, das die Pionierleistung von 1958 würdigt und zugleich moderne Uhrmacherkunst demonstriert. Durch die limitierte Auflage von 25 Stück in Edelstahl und 15 Stück in 18-Karat-Gelbgold bleibt die Exklusivität erhalten. Das neue Kaliber A600 liefert eine lange Gangreserve, während das wiederbelebte Repetitionsmodul von Dubois-Dépraz die akustische Tradition energieautark fortführt. Potenzielle Käufer sollten jedoch die akustische Dämpfung durch den geschlossenen Gehäuseboden und das Fehlen einer Alles-oder-Nichts-Sicherung berücksichtigen. Für Liebhaber mechanischer Viertelrepetitionen, die ein historisches Erbe mit zeitgemäßer Technik verbinden möchten, stellt die Neuauflage ein bemerkenswertes Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart dar.
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